
Amen Feizabadi präsentiert sich auf seinem Porträt-Album mit der neuen Kammerhöroper „Deep Siesta“. Erzählt wird die Geschichte der künstlichen Wesen Ök und Mani, die – aus dem digitalen Chaos geboren – neugierig und unvoreingenommen die Welt entdecken. Sie begegnen Schönheit, Emotionen, aber auch den Widersprüchen und Abgründen des Menschseins und beschließen, die Menschheit und am Ende sich selbst zu zerstören.
Feizabadi wagt mit „Deep Siesta“ einen radikalen Perspektivwechsel zum omnipräsenten Diskurs um Künstliche Intelligenz: Wir erleben die menschliche Existenz aus Sicht der KI. Durch die Augen der Protagonisten blicken wir wie durch ein Prisma, in dem unser eigenes Spiegelbild in seine mannigfaltigen Bestandteile aufgesprengt wird und uns fremd und schemenhaft erscheint.
In dem 85-minütigen Werk „Deep Siesta“ steht die akustische Musik – interpretiert vom Zafraan Ensemble und den Neuen Vocalsolisten – im Fokus. Die Grenze zwischen Realität und Virtualität verschwimmt allerdings zunehmend durch KI-generierte Stimmen, Bilder und elektronisches Zuspiel. Auch das Libretto von Dilek Mayatürk tritt in Dialog mit der ziellosen KI. Von anfänglichen Wortfetzen über komplexere sprachliche Verbindungen führt es zum emotionalen Höhepunkt im Sprachwechsel vom Deutschen ins Persische. Dazu mischen sich auratisch Elemente traditioneller persischer Musik, ein Versuch universeller Neugestaltung.
Amen Feizabadi ist ein multidisziplinärer Komponist, Filmemacher und Performer, dessen Arbeit von Ensemble- und Orchesterwerken über hybride Musiktheaterstücke bis hin zu audiovisuellen Kompositionen reicht. Geboren 1983 in Teheran, lebt und arbeitet er zwischen Berlin und Teheran. Er studierte Integrative Komposition an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Feizabadi erhielt diverse Auszeichnungen und Stipendien, u.a. von der Cité Internationale des Arts in Paris, der Villa Massimo/Casa Baldi, der Kulturakademie Tarabya in Istanbul, der Akademie der Künste Berlin, vom Berliner Senat, vom Goethe-Institut, von der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie den Sonderpreis beim VISIONEN Festival in Hannover.
Die Werke von Amen Feizabadi werden von renommierten Ensembles und Orchestern wie Basel Sinfonietta (unter der Leitung von Titus Engel), Ensemble Adapter, Zafraan Ensemble, Neue Vocalsolisten, Sonar Quartett, LUX:NM, Trickster Orchestra (unter der Leitung von Cymin Samawati), ensemble unitedberlin, Bochumer Symphoniker und Ensemble CRUSH aufgeführt.
Amen Feizabadis Projekte werden weltweit auf Festivals und Veranstaltungen präsentiert, dazu zählen die Wittener Tage für Neue Kammermusik, Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik, Deutsche Oper Berlin/Tischlerei, Klangwerkstatt Berlin, Festival NOW! Essen, Staatstheater Darmstadt, International Film Festival Rotterdam (IFFR), die Berlinale, das Festival Nano#2, Fellow Travelers in New York.
Deep Siesta (2025–26)
Eine Kammerhöroper in drei Akten mit Prolog
für Ensemble, Vokalsolist:innen, KI-generierte Stimmen, Bilder und Tape/Elektronik
Libretto: Dilek Mayatürk
CD 1
1 Prolog – Zero Momentum 3:58
AKT I
2 Zwischenräume 5:18
3 Genesis 2:07
4 Begegnung & Kontakt 13:10
5 Entdeckung I 6:48
6 Entdeckung II 4:51
AKT II
7 Offenbarung 7:49
8 Reflexion 3:47
9 Macht 2:56
10 Enttäuschung 1:42
11 Zerstörung 1:45
CD 2
AKT III
1 Stille I 4:03
2 Stille II 4:59
3 Liebe 6:20
4 Leere 0:46
5 Konflikt & Akzeptanz 6:29
6 Beendigung 4:23
7 Zero Momentum II 3:01
8 Reset 1:29