
Die Musik von Dariya Maminova zeichnet sich durch eine außergewöhnliche, berührende Klangsprache aus. Mit feinem Gespür für Farben, Texturen und Übergänge erkundet die in Sankt Petersburg geborene Komponistin, Pianistin und Sängerin fragile Zustände: Zärtlichkeit, Verbundenheit, Stille oder Erinnerung. Bookletautorin Sophie Emilie Beha beschreibt die Stücke zugleich als „einen Versuch, ein anderes Musikgenre ganz selbstverständlich zu berühren, Pop, Jazz, Ritual, Installation. Stets geht es […] um kleine, hochkonzentrierte Momente von Nähe. Immer wieder spielt Maminova dabei mit minimalsten Klangunterschieden, dem haarfeinen Unterschied zwischen einem Instrument und einem anderen, die sich mimetisch angleichen. Oft leise, manchmal scheu oder schwelgend.“
Einen besonderen Fokus legt Dariya Maminova in ihrem Schaffen auf Miniaturen, so etwa im Werk „Microstories about tenderness“. Hier begegnen sich E-Violine (Hannah Weirich) und Minimoog (Dariya Maminova) in neun sehr unterschiedlichen intimen Szenen. Gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik ist die Komponistin in den größer besetzten Werken „I don’t know whether the Earth is spinning or not…“ und „Silently the river silently“ zu hören. Die beiden Werke verstehen sich als Gegenstücke und gehen jeweils von Gedichten aus: Auf der einen Seite russische Futurismen von Velimir Chlebnikow, in der jede Silbe wie ein Stein und Sprechen als Impuls wirkt. Auf der anderen Seite fließend weicher, an Popmusik angelehnter Gesang zu Haikus von Paul Reps. Den Abschluss des Albums bildet „Fragility“, das Dariya Maminova mit ihrer Schwester Malika Maminova interpretiert. Klänge von Schlagzeug, Klavier und einer Vielzahl auf dem Schrottplatz gefundener Objekte wie Keramikfliesen oder Sägeblättern fügt die Komponistin wie ein Puzzle ineinander zu einem flüssigen Gesamtklang mit mikrotonal verschobenen Schattierungen.
Dariya Maminova (geb. 1988 in Sankt Petersburg) ist eine vielseitige Komponistin, Pianistin, Sängerin, Performerin und Malerin, die in Köln lebt. Ihr Schaffen umfasst ein breites Spektrum an Genres, darunter experimentelle Instrumentalmusik, elektronische Musik, Improvisation, Musiktheater und Popmusik.
Im Jahr 2024 wurde Dariya mit dem Deutschen Musikautor*innenpreis (GEMA) in der Kategorie „Nachwuchs“ in der Sparte Ernste Musik ausgezeichnet. Zudem erhielt sie 2020 das renommierte Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln. In der Spielzeit 2024/2025 war Dariya Composer-in-Residenceam Hessischen Staatstheater Wiesbaden.
Dariya Maminova, Stimme
Ensemble Musikfabrik: Christopher Collings, Trompete ‧ Maxime Morel, Tuba ‧ Benjamin Kobler, Klavier/Sampler ‧Hannah Weirich, Violine ‧ Laura Hovestadt, Viola ‧ Dirk Wietheger, Violoncello ‧ Moritz Baerens, Kontrabass ‧ Tal Botvinik, E-Gitarre ‧ Dirk Rothbrust, Schlagzeug
Aaron Cassidy, Dirigent
Dariya Maminova, Stimme
Ensemble Musikfabrik: Christopher Collings, Trompete ‧ Benjamin Kobler, Klavier ‧ Hannah Weirich, Violine ‧ Rostislav ‧ Kozhevnikov, Violine ‧ Laura Hovestadt, Viola ‧ Dirk Wietheger, Violoncello ‧ Moritz Baerens, Kontrabass ‧ Tal Botvinik, E-Gitarre ‧ Dirk Rothbrust, Schlagzeug
Aaron Cassidy, Dirigent
Cologne Guitar Quartet:
Tobias Juchem ‧ Henrique Almeida ‧ Ptolemaios Armaos ‧ Tal Botvinik
Hannah Weirich, E-Violine
Dariya Maminova, Minimoog
Ensemble BRuCH: Marie Heeschen, Stimme (Sopran) ‧ Sally Beck, Flöte ‧ Ella Rohwer, Violoncello ‧ Claudia Chan, Klavier
Mami Nova Project: Dariya Maminova, Klavier, Stimme und Objekte ‧ Malika Maminova, Schlagwerk und Objekte