
Erscheinungsjahr: 1995 WER 6528 2 Bestellen
1 rivolto
2-7 Trio
8 Zusammenklang II
9 Zusammenklang III
10 Wandlungen
11-18 2:1
Helmut Zapf wurde an einer thüringischen Kirchenmusikschule ausgebildet, wo er auch seine ersten Kompositionsversuche unternahm.
Durch eine mehrjährige Arbeit als Kantor ist für Zapf die barocke Kirchenmusik - insbesondere die Johann Sebastian Bachs - zu einer gleichsam natürlichen Inspirationsquelle geworden. Dies bezieht sich weniger auf die kompositorischen Elemente als vielmehr auf die Einheit von konstruktivistischem und musikantischem Denken, das der Barockmusik jene noch heute spürbare sinnliche Aktualität verleiht und von dem Zapf in erster Linie sein Musikverständnis ableitet.
Sein Verhältnis zur Tradition ist dabei keineswegs ein museales. Spontan und impulsiv reagiert er mit empfindlichem Gespür auf äußere Eindrücke. Seit einigen Jahren genügt Zapf die doch stets distanzierende Niederschrift nicht immer, sondern er bezieht auch das improvisatorische Moment in seine Stücke ein, um damit dem lustvollen, engagierten Musizieren ein Stück näher zu kommen.
Es ist wohl der Arbeit mit der elektronischen Musik zuzuschreiben, dass Helmut Zapfs Klangfantasie mit den Jahren immer plastischere Züge annahm. Hatte er in frühen Stücken noch besonders die fragilen, hauchigen Piano-Regionen bevorzugt, weisen die späteren eine große dynamische Spannbreite auf und wirken zunehmend energiegeladen. Auch die Anordnung der Musiker auf der Bühne wird bei den späteren Kammermusikwerken zu einem wichtigen kompositorischen Element, da Zapf auf eine Verschmelzung der einzelnen Instrumentalstimmen zu einem ausgefeilten Gesamtklang abzielt.
| 1956 | geboren am 4. März in Rauschengesees (Thüringen) |
| zunächst Klavier- und Orgelunterricht beim Gemeindepfarrer | |
| 1972-74 | Lehre als Kraftfahrzeugschlosser |
| 1974-79 | Studium der Kirchenmusik in Eisenach und Halle, während dieser Zeit schon regelmäßige Teilnahme an den Geraer Ferienkursen für zeitgenössische Musik in Thüringen |
| 1979-82 | Kantor in Eisenberg (Thüringen) |
| 1982-86 | Meisterschüler im Fach Komposition bei Georg Katzer an der Akademie der Künste der DDR |
| seit 1987 | freiberuflicher Komponist in Zepernick bei Berlin |
| 1988 | Studienaufenthalt im Zentrum für Computermusik in Oetwil/Schweiz |
| 1989 | Studienaufenthalt im Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks in Freiburg/Breisgau |
| Lehraufträge für Tonsatz und Gehörbildung an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler", Berlin, im Fach Komposition an der Bezirksmusikschule in Kreuzberg, ebenfalls Berlin, wo er seit 1992 auch den Kursus "Junge Musik" leitet | |
| 1987 | Hanns-Eisler-Preis für die Komposition "Concertino" für Orchester, Valentino-Bucchi-Preis der Stadt Rom für "Solo" für Kontrabass |
| 1988 | Uraufführung der Komposition "Zusammenklang II" während der Donaueschinger Musiktage, Hans-Stieber-Preis der Stadt Halle/Saale |
| 1990 | Uraufführung der Komposition "rivolto" zu den Wittener Tagen für Neue Musik, Stipendiat des Senats zu Berlin |
| 1991 | Stipendiat der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF |
| 1992 | Uraufführung der Komposition "Dreiklang III" für großes Orchester zu den Donaueschinger Musiktagen, Stipendiat des Senats zu Berlin |
| 1993 | Uraufführung des Klavierkonzerts "Dreiklang V" anlässlich der Berliner Musik-Biennale |
| Kunstförderpreis der Akademie der Künste zu Berlin |
(Stand: 1995)
1 rivolto
für Oboe, Viola und Kontrabass (1989)
Ensemble Recherche: Peter Veale, Oboe/ Englischhorn
Barbara Maurer, Viola - Daniel Mehltretter, Kontrabass
Trio
für 2 Violinen, 2 Violen, 2 Violoncelli und Kontrabass (1990)
2 Introitus
3 Choral I
4 Marciale
5 Attaca
6 Choral II
7 Finale
Ensemble Oriol Berlin e. V.:
Sebastian Gottschick und Ariadne Daskalakis, Violine
Juan-Lucas Aisemberg und Martin Börner, Viola
Christoph Hampe und Adelheid Schloemann, Violoncello
Janne Saksala, Kontrabass - Leitung: Sebastian Gottschick
8 Zusammenklang II
für Oboe, Englischhorn, Posaune, Viola, Violoncello, Kontrabass, Piano und Percussion (1988)
Gruppe Neue Musik "Hanns Eisler": Burkhard Glaetzner, Oboe
Axel Schmidt, Englischhorn - Friedrich Schenker, Posaune
Matthias Sannemüller, Viola - Wolfgang Weber, Violoncello
Dieter Zahn, Kontrabass - Gerd Schenker, Schlagzeug
Gerhard Erber, Klavier - Leitung: Friedrich Goldmann
9 Zusammenklang III
für Bläserquintett und Klavier (1991)
Bläservereinigung Berlin: Hermann Wolfframm, Flöte - Dieter Wagner, Oboe
Siegfried Schramm, Klarinette - Christian Wagner, Horn
Dieter Hähnchen, Fagott - Bernd Casper, Klavier
10 Wandlungen
für Tape und Posaune (1986)
Johannes Bauer, Posaune
2:1
für Tape, Bassklarinette und Saxophon (1990)
11 Ouvertüre
12 Fantasie
13 Intermède I
14 Rythme I
15 Air
16 Intermède II
17 Rythme II
18 Chorale
Heiner Reinhardt, Bassklarinette / Saxophon