
Erscheinungsjahr: 1997 WER 6535 2 Bestellen
1 Poem des Morgens
2 Das Gastspiel
3 Arabeske
4-9 Yamin
Mit jedem neuen Stück kommt der junge Müller-Wieland eine Meile auf seiner künstlerischen Entwicklung voran. Neue Anregungen aus Amerika, Frankreich und Italien nähren seine Vorstellungskraft, und so entstehen diese gewaltigen, norddeutschen Klangblöcke und -wellen von großer Vehemenz, voller Optimismus, guter Laune und Allegria.
Hans Werner Henze
Unverkennbar sind die Spuren des Lehrers und Mentors Hans Werner Henze im Schaffen Jan Müller-Wielands, insbesondere hinsichtlich seines Traditionsverständnisses. Geht es ihm doch nicht um die radikale Auflösung überkommener Formen und Techniken, sondern um deren Einbeziehung und Weiterentwicklung in der zeitgenössischen Musik.
Mit Henze teilt Müller-Wieland auch eine starke Affinität zu literarischen Vorlagen. Die in fast jedem Werk vorder- oder hintergründig vorhandene Idee des Szenischen - der Komponist spricht dabei von Theatermusik - schlug sich auch in zahlreichen gewichtigen Werken für die Bühne nieder, vornehmlich in Form von Kammeropern. Selbst in der reinen Instrumentalmusik findet sich eine von der Sprache induzierte Melodik, eine vom Wort bestimmte Gestik.
Ob in herkömmlichen Gattungen wie Sinfonie, Instrumentalkonzert und Streichquartett oder in ungewöhnlichen Besetzungen - stets erprobt der junge Komponist neue Klangmöglichkeiten, besonders unter Verwendung verschiedenartiger Schlaginstrumente. Daneben spielt für ihn auch die rhythmische Organisation seiner Partituren eine wichtige Rolle.
So vielfältig in Gattung, Stilistik und Instrumentation Müller-Wielands Werke auch sind, es geht ihm letztlich um Empfindungen, Assoziationen, Bilder, Szenen und Texte. Er transportiert sie durch das Vertonen auf eine Wirklichkeitsstufe so wie er sie erlebt.
Helmut Peters
| 1966 | am 30. März in Hamburg geboren |
| 1986-91 | Studium an der Musikhochschule Lübeck: Komposition bei Friedhelm Döhl und Kontrabass bei Willi Beyer |
| 1988-91 | Dirigierassistent an der Musikhochschule Lübeck |
| Gleichzeitig externes Aufbaustudium bei Hans Werner Henze an der Kölner Musikhochschule und in Rom | |
| 1987 | Förderpreis der Südwestfälischen Philharmonie |
| 1989 | Förderpreis der Hansestadt Lübeck |
| 1991 | Stipendiat der Cité des Arts, Paris |
| Stipendiat des Tanglewood Music Center in Boston | |
| 1992/93 | Stipendiat der Villa Massimo in Rom |
| 1993 | Stipendium des Bach-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg |
| Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals | |
| 1994 | Jury-Mitglied des BMW-Musiktheaterpreises der 4. Münchener Biennale |
| Förderpreis des Berliner Senats | |
| 1995 | Einladung zum Internationalen Chormusiksymposium in Ljubljana (Slowenien) |
| Jan Müller-Wieland lebt seit 1993 freischaffend in Berlin | |
| (Stand: 1997) |
1 Poem des Morgens (1991)
für großes Orchester
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung: Gerd Albrecht
2 Das Gastspiel (Ausschnitt) (1990/91)
Komische Oper in einem Akt
für sieben Sänger, drei Pianisten und drei Schlagzeuger
nach Frank Wedekinds Posse Der Kammersänger
Ausschnitt: Auftritt des Komponisten Professor Dühring, 75, im Hotelzimmer des unter strengstem Termindruck stehenden Kammersängers Gerardo
Ensemble der Münchener Biennale 1992
Leitung: Jan Müller-Wieland
3 Arabeske (1988)
für Orchester
Finale der Symphonie Nr. 2
Radio-Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Jan Müller-Wieland
Yamin (1985/87)
Melodramatischer Liederzyklus
für Sopran, Tenor, zwei Klaviere, zwei Kontrabässe und Schlagzeug
nach Gedichten von Peter Härtling
4 Wissen
5 Einsicht
6 Beispiele
7 Verlorene Spur
8 Yamin für H.H.
9 Poem des Morgens
Ensemble Neue Musik Lübeck
Leitung: Jan Müller-Wieland