
Erscheinungsjahr: 1992 WER 6512 2 Bestellen
1-2 Macchina d'autunno
3-4 Tübinger, Jänner
5-10 Das Labyrinth der Lieder für Vokalquintett
Integration, sagt das Wörterbuch, ist Zusammenschluss, Vereinigung, Summierung. Mir will scheinen, dass kein Begriff geeigneter sei, das Wesen der Musik von Johannes Kalitzke knapp zu umreißen. Denn was dieser Musik ihr allgemeines wie besonderes Gepräge gibt, ist der Charakter einer gebändigten Vielfalt, deren mannigfache Facetten einerseits auf einen inneren Brennpunkt gebündelt scheinen, andererseits wiederum von diesem Brennpunkt her nach außen strahlen.
Worte wie Vielfalt und Mannigfaltigkeit treten immer dort ins Spiel, wo von Reichtum die Rede sein kann. Reichtum ist ein generelles Merkmal für Kalitzkes Handschrift, aber man darf Reichtum nicht mit Opulenz verwechseln. Es ist diesem Komponisten beileibe nicht primär um äußeren Aufwand zu tun, wiewohl er die Mobilisierung von Klangmitteln auch nicht unbedingt scheut. Aber reich - nämlich von innen her - ist seine Musik auch dort, wo sie sich auf wenige Instrumente beschränkt. Bei Johannes Kalitzke handelt es sich um eine Mannigfaltigkeit nicht des Aufwands, sondern der Vielschichtigkeit, deren einzelne Parameter in unausgesetzter Wechselwirkung zueinander stehen, sich gegenseitig bedingen, ergänzen, in Zusammenschluss, Vereinigung, Summierung zur Integration zusammenwachsen.
Josef Häusler
| 1959 | Geboren am 12. Februar in Köln |
| 1973-75 | Kirchenmusikstudium am Kölner Konservatorium |
| 1978-81 | Studien an der Kölner Musikhochschule: Klavier (Aloys Kontarsky), Dirigieren (Wolfgang von der Nahmer), Komposition (York Höller) |
| 1979-83 | Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes |
| 1982-84 | Aufenthalt in Paris, Studien im IRCAM-Zentrum und bei Vinko Globokar |
| 1982-85 | Studien am Elektronischen Studio der Kölner Musikhochschule (Hans Ulrich Humpert) |
| 1984 | Kapellmeister am "Musiktheater im Revier" Gelsenkirchen |
| 1986 | Zusätzlich Leiter des "Forums für Neue Musik" am "Musiktheater im Revier" |
| Johann-Wenzel-Stamitz-Preis | |
| 1988 | Chefdirigent des "Musiktheaters im Revier" |
| 1990 | Bernd-Alois-Zimmermann-Preis |
| seit 1990 | Künstlerischer Leiter des Landesensembles "musikFabrik Nordrhein-Westfalen" |
| (Stand: 1992) |
Macchina d'autunno (1982)
Fantasiestück für Klavierklänge
1 Il giorna
2 La notte
Johannes Kalitzke, Klavier
Tübinger, Jänner (1988)
für Bassflöte, Violoncello und Sprechstimme ad libitum nach einem Text von Paul Celan
3 Satz 1
4 Satz 2
Carin Levine, Bassflöte
Othello Liesmann, Violoncello
Carla Henius, Sprechstimme
Das Labyrinth der Lieder für Vokalquintett (1987)
Orchester und Computerklänge
5 Einleitung: Diktat
6 I Der König
7 II Der Sänger
8 III Der Fluss
9 IV Der Böse Traum
10 V Die Stadt
Collegium vocale Köln
Michaela Krämer, Sopran
Mechthild Georg, Mezzosopran
Wolfgang Fromme, Contratenor
Celso Antunes, Tenor
Peter Ziethen, Bariton
RSO Saarbrücken, Leitung: Johannes Kalitzke